Dienstag, 19. September 2017

Elantris




Preis: 12,99€ [D, E-Book]
Seitenanzahl: 912
Meine Wertung: 4/5
Verlag: Heyne (2007), Piper (Vö.2018)
erschienen am: September 2007
ISBN: 978-3453521674


Kurzbeschreibung

Außergewöhnlich, bizarr und faszinierend, dazu wunderschön geschrieben – sofort nach Erscheinen des Debüt-Romans des jungen Amerikaners Brandon Sanderson überschlugen sich Presse, Buchhandel und Leser gleichermaßen mit Lob.

Betreten Sie Elantris, eine Stadt voll alter Magie, verfallen, ein Zwischenreich. Beherrscht von einem geheimnisvollen Gott. Bewohnt von Menschen, die dazu verdammt sind, in den Trümmern dieser Stadt ewig zu leben. Bis sich das Schicksal von Elantris erfüllt.
Und der Tag naht …
(Auszug vom Heyne Verlag)


Cover


Das Cover deutet schattenartig eine Stadt an und ist umgeben von blassen Ornamenten. Es ist von 2007 und vermutlich damit nicht auf der Höhe der heutigen Zeit. Allerdings muss ich sagen, dass ich unter meinen ältere Bücher auch schon ansprechendere Cover gesehen habe. Außerdem sind die Ausgaben, welche u.a. in Italien und Frankreich erschienen, weit besser und spannender gestaltet und transportieren die Stimmung des Romans wesentlich besser, als die deutsche.
Aber lasst euch nicht abschrecken, die Geschichte ist einfach fantastisch!




Schreibstil

Elantris ist Sandersons Erstlingswerk und das bemerkt man stellenweise, wenn man seine neueren Werke vorher gelesen hat. Doch aller Anfang ist schwer und ich muss sagen, ich war von den ersten Seiten an sehr angetan.
Der Autor nutzt einen Schreibstil, der zum Teil altertümliche Wortwendungen nutzt, um ein Gefühl des Vergangenen zu erzeugen. Allerdings kombiniert er es mit moderner Sprache, so dass der Lesefluss sehr angenehm ist. Er beschreibt die Gegenwartszeit des Romans in schlichter, gut verständlicher Weise, aber sobald es um die alte Stadt Elantris und ihre Macht geht, nutzt er geradezu virtuose Beschreibungen. Dieser Unterschied erzeugt das gewisse Etwas.

Auch bei den Charakteren nutzt der Autor dieses Mittel, um ihnen mehr Persönlichkeit zu verleihen – Prinz Raoden ist sanft und mitfühlend, Prinzessin Sarene ist gelangweilt, witzig und hochintelligent, Priester Hrathen ist berechnend und kalt – um nur einige zu nennen.
Stellenweise geraten die Passagen etwas lang, aber das störte mich wenig, da ich es mag Randinformationen und Alltag aus fremden Welten zu erleben.

Sandersons Konstruktion der Welt ist hervorragend und gut durchdacht, auch seine Charaktere, bei denen jedoch die emotionale Spannung trotz schöner Chrakteristika ein wenig zu kurz kommt.



Meinung


Wir durchleben an der Seite von Prinz Raoden, der durch eine magische Krankheit in die gefallene Stadt Elantris geworfen wird, Prinzessin Sarene, die versucht in einer Männerwelt zu bestehen und Priester Hrathen, der das Land seinem Glauben unterwerfen will, den vielschichten Alltag in einer fremden Welt, die im Schatten der alten Zeiten versucht ihren Weg zu finden.

Mit der Zeit wird klar, dass der Frieden zwischen den Ländern auf sehr wackeligen Beinen steht, denn die Macht von Elantris war das Einzige, was ihn zusammengehalten hat. Man taucht ein in ein Machtspiel aus Geld, Religion und Aberglauben.

In der verfallenen Stadt entdeckt Raoden nach und nach, was es mit der Krankheit auf sich hat und man lernt um die vergangene, ganz andersartige und recht logische Magie. Sarene kämpft mit ihrer Rolle als Frau, denn sie wollte Raoden heiraten. Obwohl sie ihn niemals vorher gesehen hatte, gaben seine Briefe und bildlosen Gespräche über alte magische Kreaturen ihr die Hoffnung, endlich jemanden gefunden zu haben, der sie so akzeptieren kann, wie sie ist. Im Glauben er wäre tot, wird sie zum Spielball des Hofstaates. Sie ist jedoch nicht bereit, sich dem kampflos zu ergeben. Als Hrathen die Macht der Religion immer erfolgreicher einsetzt, um die Bevölkerung in sein Reich zu integrieren und sogar die armen Kreaturen in Elantris als Zielscheibe nutzt, lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel ein.
Doch Hrathen hat ebenfalls sein Päckchen zu tragen und man entwickelt eine gewisse Sympathie für ihn, vor allem als die Handlung eine dramatische Wendung bekommt.
Ich war angetrieben von den Geschehnissen und unglaublich ungeduldig, wollte die Protagonisten an liebsten anschreien, weil sie nicht bemerken, was eigentlich hinter den Kulissen vor sich geht.

Konnte ich in der ersten Hälfte des Buches es noch beiseite legen, so war mir das in der zweiten unmöglich und ich habe es in einem Rutsch bis zu Ende gelesen.
Der letzte Teil spielt mit Hoffnung und Hoffnungslosigkeit und kommt schneller als gedacht allerdings in so einer epischen Weise, dass ich Gänsehaut bekam.



Fazit

Der Roman „Elantris“ ist sehr gelungen und bietet Liebhabern von Fantasy mit faszinierend andersartigen Setting außerhalb des Elfen-Zwerg-Drachen-Bereichs ein sehr unterhaltsames Leseerlebnis.

Die Informationsdichte hätte es zugelassen, dass ein Folgeband erscheint. Leider gibt es den nicht, also bleibt nur das eigene Träumen. ;) 
Februar 2018 erscheint „Elantris“ als Neuauflage im Piperverlag und beinhaltet die zusätzliche Geschichte „Hoffnung für Elantris“ - ich freue mich schon sehr darauf!



4 von 5 Sternen

 
 
 (Rezension verfasst von Enrico Frehse) 

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