Dienstag, 3. Oktober 2017

Johannes Cabal - Das Institut für Angst und Schrecken




Preis: 12,99€ [Paperback]
Seitenanzahl: 352
Meine Wertung: 5/5
Verlag: Goldmann
erschienen am: August 2012
ISBN: 978-3442470358

Kurzbeschreibung

Ein Totenbeschwörer, ein Kunsthändler, ein Anwalt und ein Leichenbestatter auf der Jagd nach der Angst

Als eines Tages drei seltsame Männer vor seiner Tür stehen, ist der Totenbeschwörer Johannes Cabal mehr als überrascht. Was wollen ein Kunsthändler, ein Anwalt und der Direktor eines Bestattungsinstituts von ihm? Schnell stellt sich heraus, dass das Institut für Schreckensfragen sie mit einem ganz besonderen Anliegen schickt: Cabal soll ihnen helfen, die Angst zu besiegen. Und da er sich für kein Abenteuer zu schade ist, willigt er ein. Doch was ihn dann erwartet, hätte auch er sich niemals vorstellen können.


Cover


Mit dem Cover wird zu dem Stil des ersten Buches zurückgekehrt. Es ist wieder düster, hat verzogene Proportionen und vielerlei Spiralen – was sehr an Tim Burton erinnert. Das Segelschiff und der Kapitänshut, den der Totenbeschwörer trägt, macht es jedoch etwas witziger, als gewollt. Es passt sehr gut zu den beiden anderen Büchern und bringt die düstere, humorvolle Stimmung des Romans sehr gut rüber.


Schreibstil


Howards Schreibstil hat sich einiges weiterentwickelt. Schon auf den ersten Seiten bemerkt man, dass seine einzigartige Kombination von Düsterkeit und Humor, welche im ersten Buch bereits überzeugen konnte, noch abgerundeter ist. Der Autor hat sich auch im Bezug auf seine Charakterbeschreibung gesteigert: unser Protagonist hat nun eine wahrnehmbare Gefühlswelt. Die Beschreibung der realen Welt und der Traumwelten ist stimmungsvoll und überzeugt mit dem Flair, welches in den kleinen, groteskten Details liegt. Dabei wird er aber nie ausschweifend und langatmige Passagen, die man aus dem vorherigen Band noch kannte, sucht man vergebens.
Es liest sich wunderbar und flüssig, man kann sich alles gut vorstellen und entwickelt Sympathie (wirklich!) für den brutalen, mörderischen Cabal.



Meinung


Diesmal geht es der Autor ruhiger an. Wir landen im Zuhause von Cabal – und verdammt: ich will dieses Häuschen!
Die Magische Welt ist wesentlich präsenter, schon auf den ersten Seiten, denn der Vorgarten von seinem Heim hat es in sich – glaubt mir: wir alle wollen so einen haben, vor allem wenn uns Hausierer oder die unliebsame Schwiegermutter besuchen will. ;)

Der Totenbeschwörer wird von drei dubiosen Männern angeheuert, die dem „Institut für Angst und Schrecken“ angehören. Denkt man im ersten Moment noch, es handelt sich um eine Vereinigung von Dämonen, die eben diese Gefühle verbreiten möchte, so wird man schnell eines Besseren belehrt. Denn die betreffenden Personen wollen einen der ärgsten Feinde der Menschheit besiegen: die Angst selbst! Dafür müssen sie ins Traumland reisen, denn dort kann man die Essenz dessen einfangen. Da es dort jedoch sehr gefährlich ist, benötigt man jemanden mit gewissen Fähigkeiten, um zu überleben – um genau zu sein: ein Totenbeschwörer wäre verdammt praktisch.
Cabal lässt sich überreden, denn er hat seine ganz eigenen Pläne... neugierig ist er aber auch, schließlich ist er ein Wissenschaftler!

Interessant ist, dass Cabal diesmal kein Einzelkämpfer ist, sondern (meist) daran gelegen ist, dass seine Mitstreiter am Leben bleiben. Die Traumwelt ist stark an den Mythos von H.P. Lovecraft angelehnt. Durch diesen Kunstgriff schlagen die Herzen von Liebhabern des kunstvollen Grusel höher (zu denen ich gehöre) und außerdem verleiht es dem Szenario einiges an Tiefe und Authentizität. Die bizarre fremde Welt wird so nachvollziehbarer.

Es erwarten den Leser schließlich überraschende Wendungen und Ausblicke, die nicht nur den Protagonisten Cabal erschüttern und alles in Frage stellen, was er erreichen wollte. Ja, richtig gelesen: wir erfahren endlich, warum er damals dem Teufel für die Nekromantie seine Seele verkauft hat! Dieser Handlungsstrang ist ganz wunderbar und Cabal rückt dem Leser unglaublich nahe.
Das Ende ist sehr offen gehalten und ich sehnte einer Fortsetzung entgegen – die es jedoch nicht gibt, da es der Abschluss der Trilogie ist. Dieses Buch ist wunderbar und ich habe danach noch ein paarmal darüber nachdenken müssen.




Fazit




Eine ganz klare Leseempfehlung! 
Buch 3 macht alles wieder wett, wo Band 2 nachgelassen hat. Der Autor hat gelernt und eine Geschichte erschaffen, die wie Band 1 den Leser nicht nur hervorragend unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt 





5 von 5 Sternen



 (Rezension verfasst von Enrico Frehse) 

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