Sonntag, 1. Oktober 2017

Ein Fall für Johannes Cabal - Totenbeschwörer



Preis: 12,00€ [Paperback]
Seitenanzahl: 416
Meine Wertung: 3,5/5
Verlag: Goldmann
erschienen am: September 2010
ISBN: 978-3442470341


Kurzbeschreibung

Johannes Cabal wollte eigentlich nur ein Buch ausleihen, doch jetzt sitzt er im Gefängnis und wartet darauf, exekutiert zu werden. Nun gut, er ist nachts in die Bibliothek eingebrochen, und es war ein geheimes Buch aus der Sicherheitsverwahrung. Zum Glück sucht ihn, kurz bevor seine letzte Stunde schlagen soll, ein hoher Staatsmann auf, der seine Fähigkeiten benötigt. Und ehe Cabal sich’s versieht, ist er so gut wie frei und damit beschäftigt, einem toten Kaiser Leben einzuhauchen. Ein nicht so leichtes Unterfangen, wie sich herausstellt …

Das zweite schräge Abenteuer des düsteren Helden Johannes Cabal.



Cover


Das Cover hat einen weniger starken stilistischen Einfluss von Tim Burton als das von Band 1 – es wirkt heller und technisierter. Es zeigt den Totenbeschwörer in einem Fluggerät. Im ersten Moment ist man ein wenig verwirrt, was der Titel des Buches mit einem Flugzeug gemein haben soll. Da die Geschichte jedoch zum größten Teil hoch in der Luft spielt, ist es eine nachvollziehbare Wahl. Man hätte es vielleicht etwas düsterer halten können, damit der Betrachter einen besseren Eindruck bekommt. Nichtsdestotrotz reiht es sich gut neben dem ersten Band ein.


Schreibstil


Howards Art zu Schreiben ist gespickt mit tiefschwarzen Humor und trockenem Sarkasmus. Diesmal sind jedoch nicht allerlei Dämonen Ziel seiner spottenden Beschreibungen, sondern die Menschen selbst – vor allem jene, die aus Machtgier zu dem einen oder anderen Wahnsinn neigen. Die Passagen in diesem Buch geraten jedoch ein wenig zu lang und trocken, sobald die Handlung im Luftschiff ihren Lauf nimmt. Da auch hier die Gefühlsgebung des Protagonisten verdeckt gehalten wird, liest es sich wesentlich zäher als das erste Buch.



Meinung


Man ist erneut sofort im Geschehen – Cabal sitzt in der Todeszelle, weil er ein Buch stehlen wollte. Neben einer kurzen Erklärung, die kleine Einblicke in seine Sicht in die Arbeit mit Toten gewährt, lernt man ein kleines Land namens Mirkarvien kennen – gleich nachdem der Henker (nebenberuflich Barbier) persönlich unserem Nekromanten den Bart gestutzt hat.
Er soll einen toten Kaiser wiederbeleben und wir erleben quasi hautnah, wie so etwas von statten gehen kann ... mit all seinen Vorzügen und Problematiken.
Damit ist der Einstieg sanfter als in Band 1 aber dennoch spannungsgeladen und atmosphärisch.

Wie das so mit den Toten eben so ist: Man kann sich nicht wirklich auf sie verlassen und schließlich landen wir in einem Luftschiff, was ein gewisses Gefühl des Steampunk aufkommen lässt.
Hier beginnt die eigentliche Geschichte: Es kommt zu einem Mord und versuchten Anschlag auf Cabal selbst. Da er allerdings der Meinung ist, dass er ausschließlich derjenige sein sollte, der Menschen dem Teufel vorführt, versucht er die Person ausfindig zu machen. Bei seinen Ermittlungen begegnet er auch einer alten Bekannten aus seinen Jahrmarktzeiten – ausgerechnet! Das gibt der Geschichte eine gewisse Würze.

Man erlebt diesmal einen Krimi, keine direkte Fantasygeschichte. Das ist unerwartet und zuerst ein wenig enttäuschend. Kaum etwas, außer dem Nebencharakter, wird aus Band 1 aufgegriffen. Das macht es zwar möglich, das Buch eigenständig zu lesen, aber hinterlässt Fans einen bitteren Nachgeschmack.  Sobald man sich aber eingefuchst hat, macht es durchaus Spaß und man zerbricht sich ebenfalls den Kopf über die Geschehnisse.

Ich mochte dieses Buch, aber der Autor hat sich vielleicht zu weit von seinem Erstwerk weg gewagt, um es als Folgeband laufen zu lassen.
 

Fazit


Ein Roman mit tiefschwarzem Humor und Spannung! Durchaus lesenswert, kann aber mit Band 1 nicht ganz mithalten.

 

 3,5 von 5 Sternen


 

 (Rezension verfasst von Enrico Frehse) 

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